Chronik  " Motorsport  in Rotenburg "
           

          Die ersten 30 Jahre ! 
 
Von 1906 bis 1935.

Ein ausführlicher Bericht von Friedhelm Michel
          erschien in Jahresheft 2007 des Niedersächsischen Institut für
          Sportgeschichte Hoya e.V.                     
                     

 
Die Gründung des Motor-Sport-Klub Kreis Rotenburg

Am 6. Juni 1925 berichtet der Rotenburger Anzeiger in einem Vierzeiler über die Absicht eine Ortsgruppe des ADAC zu gründen. Am 20. Juni 1925 veröffentlicht der ADAC Gau VI, Bremen, dass am 22. Juni um 8 1/2 Uhr abends im Hotel Deutsches Haus in Rotenburg die Gründungsversammlung stattfinden soll. Leider sind aus dieser Zeit keine Unterlagen vorhanden . Alles was bekannt ist, wurde der Zeitung entnommen. Ein weiterer Artikel berichtet über die Gründungsversammlung. Dieser ist sehr allgemein gehalten. Ca. 30 Herren waren erschienen und gründeten den ADAC - Ortsklub. ( Damals schrieb man Club noch mit "K".)
Der Verein erhielt den Namen Motor-Sport-Klub Kreis Rotenburg.
Als Klublokal war das Deutsche Haus ausersehen.
Folgende Zeilen aus dem Gründungsartikel sind der Wiedergabe wert:
"Eine Hauptaufgabe der Mitglieder besteht darin, dass sie für ihren Teil dafür Sorge tragen, dass die Fahrvorschriften eingehalten werden, damit auch auf diese Weise das wilde Fahren Einzelner eingeschränkt wird".
Diese Zeilen passen auch heute noch.
Aus späteren Berichten und Programmen geht hervor, dass der damalige

 

"Rund um Rotenburg "
1925

Besitzer der Rotenburger Zeitung Heinrich Schelper Vorsitzender wurde. Der Schlachtermeister Dietrich Bölken wurde Sportleiter, Schriftführer der Straßenmeister Wiechern.
Erste Aufgabe des jungen Klubs war die Mithilfe bei der Rennveranstaltung 
" RUND UM ROTENBURG " am 15. August 1925. Diese Veranstaltung wurde seit 1906 von Bremer Clubs in Rotenburg durchgeführt.
In den kommenden Jahren war man sehr aktiv, Sportler des Klubs nahmen an Motorsportveranstaltungen in der näheren und weiteren Umgebung teil. Aber auch eigene Veranstaltungen wie Fuchsjagden, Geschicklichkeits- turniere und Schwerbeschädigtenfahrten wurden durchgeführt.
Ganz große Stimmung kam 1927 auf. Das Gelände um Gut Gothard sollte verkauft werden. Der ADAC Gau VI, Bremen und der Klub interessierten sich dafür. Hier sollte eine Motorrennbahn entstehen. Die Rennstrecke sollte 3,5 km lang werden. Die Finanzierung war bereits gesichert.
Das Vorhaben scheiterte letztendlich daran, dass in Lüneburg und in
Hannover Rennbahnen gebaut wurden.

1933  
ein denkwürdiges Jahr. Die Motorsportklubs und der ADAC wurden von den damaligen Machthabern aufgelöst und durch den DDAC und die NSKK-Motorbrigaden ersetzt. Auch in Rotenburg gab es eine Motorstaffel der NSKK.

1953
 
wurde der Motorsport in Rotenburg wieder aufgenommen. Der Club wurde unter neuer Regie wiedergegründet.
Er nannte sich ADAC-Ortsclub Rotenburg.
Männer der ersten Stunde waren Ottmar Ebeling, Fritz Nölle, Hans Durjo und der Bäckermeister Riehl. Clublokal wurde die Gaststätte Helberg.
Vorsitzender wurde der Apotheker Hans Borgas und Geschäftsführer der Versicherungskaufmann Ottmar Ebeling. Neben kleineren Veranstaltungen, arbeitete der Club intensiv an der Nachkriegsprämiere.

1955" Rund um Rotenburg " Im Jahre 1955 sollte diese Veranstaltung endlich wieder durchgeführt werden. Diesmal allerdings nicht mehr als Straßenrennen. Die Geschichte "Rund um Rotenburg" wird gesondert beschrieben. Inzwischen gab es sehr viele Motosportbegeisterte in Rotenburg. Ein zweiter ADAC-Ortsclub gründete sich. Er nannte sich Motor-Sport-Club Rotenburg im ADAC . Vorsitzender wurde Otto Kretschmar, Sportleiter Herbert Intemann. Die Gründung war im Juni 1955. Dieser Club hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Motocross durchzuführen. In den Weißen Bergen wurde eine Motocrossbahn gebaut und mehrere Veranstaltungen auf dem Rotenburger Ring durchgeführt.

1956 
" Rund um Rotenburg "
wird als Zuverlässigkeitsfahrt mit 172 Teilnehmern durchgeführt.
Das erste Motocross auf dem " Rotenburger Ring " findet statt.

1957
kam man zur Einsicht, dass zwei Motorsportclubs in Rotenburg nicht existieren können. Der ADAC-Ortsclub und der Motor-Sport-Club fusionierten zur Motor-Sport-Gemeinschaft Rotenburg e.V. im ADAC.
Vorsitzender wurde der Autohändler Fritz Nölle

1957 1958 1960 1961  
wird die Zuverlässigkeitsfahrt " Rund um Rotenburg " mit großem Erfolg wiederholt.

1963
wechselt das Orga-Team . Friedhelm Michel als Geschäftsführer übernimmt die Leitung.

 

  Plakette
  " Rund um Rotenburg"
1963

 

Vorsitzender wird der Kraftfahrer Hermann Behrens. Die Veranstaltung " Rund um Rotenburg " , die bisher als Wagen- und Motorrad- Zuverlässig- keitsfahrt durchgeführt wurde, wird getrennt. Erstmals wir eine reine Zuverlässigkeitsfahrt für Geländewagen der Bundeswehr durchgeführt.

1964
Am 1./2. August findet die Wagen-Zuverlässigkeits- und am 30.August die Motorrad-Zuverlässigkeitsfahrt statt. Im Oktober legt Hermann Behrens sein Amt als Vositzender nieder. Hans Durjo übernimmt das Amt kommis- sarisch.

1965
Der Fahrlehrer Hans Durjo wird Vorsitzender.
Friedhelm Michel wird Sportleiter und Geschäftsführer. Die Wagenveranstaltung findet am 22.08. statt.
Die Motorradveranstaltung am 19.09. Mehrere Kaffeefahrten werden durchgeführt.

1966
Der Club schafft gebrauchte Handfunkgeräte an. Das Clubwappen ( bisher das Stadtwappen Rotenburg) wird geändert. Es enthält den "Löwen " des Landkreises.
Als Veranstalter der Zuverlässigkeitsfahrten tritt anlässlich des 60jährigen Jubiläums, der ADAC Gau Weser-Ems auf. Die MSG ist mit der Durchführung beauftragt. Wagen am 9./10.Juli, Motorräder am 18.09..
Die MSG beteiligt sich an der Protestaktion " Hände weg von der Kilometer-Pauschale " des ADAC mit einer Protestfahrt durch Rotenburg.
Helfer des Club nahmen an folgenden Veranstaltungen teil: Barnstorfer Winterallye, Norddeutsche Zuverlässigkeitsfahrt Diepholz, Geländerfahrt 
" Durch die Osnabrücker Berge ", Bergrennen Osnabrück , Grassbahn- rennen in Osnabrück und Schwarme. Nord-West Rallye. Die fremden Veranstalter greifen gerne auf die  Funkgeräte des Clubs zurück.

 

" Rund um Rotenburg "
1966

 

1967
Viele Veranstaltungen werden durchgeführt: Tagesorientierungsfahrt im Februar, Nachtorientierungsfahrten im April und August, Zuverlässig- keitsfahrt für Wagen am 3./4.06. , für Motorräder am 24.09.
Erstmals wird ein PKW-Turnier durchgeführt.
Die Mitgliederzahl beträgt 57. Der Jahresbeitrag wird von 12.-- auf 20.-- DM erhöht.

1968
Zwei Nachtorientierungsfahrten, ein Wagenturnier, ein Automobil-Slalom und die Motorradzuverlässigkeitsfahrt werden durchgeführt.
Die Mitgliederzahl ist auf 74 angestiegen.

Motorrad-Geländefahrt
" Rund um Rotenburg "
1972

 

1969
Der Vorsitzende Hans Durjo hat seinen Wohnsitz nach Lüdenscheid verlegt.
Neuer Vorsitzender wird Klaus Frömming.
Durchgeführt werden: Ein Slalom, 2 Motorrad-Geländefahrten, ein PKW-Turnier, zwei Nachtorientierungsfahrten.

1970
Eine Motorrad-Geländefahrt ,ein Turnier, eine Tagesorientierungsfahrt und ein Slalom wurden durchgeführt.
Die Mitgliederzahl ist auf 102 angestiegen.

1971
Der Automobil-Slalom und die Motorrad-Geländefahrt entwickeln sich zu den Schwerpunkten des Clubs. Die Orientierungsfahrten werden weiter durchgeführt. Erstmals findet ein Fahrrad-Turnier im Rahmen der Verkehrserziehung statt.
An den Veranstaltungen des Clubs starteten 695 Teilnehmer.
Eigene Fahrer gingen über 150 mal an den Start. 20 Klassensiege und 31
2. + 3. Plätze wurden errungen. Günther Bassen wurde Gausieger im Slalom.

1972
Die Erfolge der Fahrer des Clubs sind nicht geschmälert. Hinzu kommt das  Int, Rallye Parkett. Günter Tschey und Amelio Dezulian starten bei der        
" Roland Rallye auf der Hansa Welle " .  Der Club richtet dafür eine 8,5 km lange Sonderprüfung im Alsdorf aus. Günter Tschey wurde als Beifahrer Klassensieger. Bei der Rallye Baltic über 3500 km wird Günter Tschey mit seinem Fahrer Gerold Hilgenstühler aus Syke drittbester in seiner Klasse und zwanzigster im Gesamtklassement.
Der Slalom im März erzielt Rekordteilnehmerzahlen. 176 Fahrer kämpften um die Pokale.
Rotenburg wird erstmals von der neu angeschafften fahrbaren Geschäfstelle des ADAC Gau Weser-Ems wöchentlich  angefahren.
Berndt Folkerts ( heute stellv. Vorsitzender) erreicht beim Fahrrad-Turnier den 3. Platz.
Felix Röhrs wird Gausieger und Marianne Rösch beste Dame im Slalom.

1973
Friedhelm Michel erhält bei der Sportlerehrung des ADAC Weser-Ems die   Ewald-Kroth Medaille in Gold , Günter Tschey das Sportabzeichen in Gold.
Der Club führt den Clubwertungswettbewerb ein. Die gewohnten Veranstaltungen werden mit Erfolg durchgführt. 
Heike Banehr ( heute Jugendgruppenleiterin) wird beim Fahrrad-Turnier Dritte.
Der Club protestiert gegen den Spritverbrauch der Bundeswehr beim Manöver " Bellende Meute ". Die Bundesregierung hatte wegen der  Oelversorgungskrise, Sonntagsverbot erteilt.

1974
Alle geplanten Veranstaltungen werden mit Erfolg durchgeführt.

1975
Bei der Jahreshauptversammlung gibt Klaus Frömming bekannt, dass er nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden kandidiert.
Der Versicherungskaufmann Friedhelm Michel wird neuer Vorsitzender. Franz Röhrs wird Sportleiter.
Die Mitgliederzahl ist auf 127 angewachsen.
Das 50jährige bestehen des Club wird gefeiert.

1978
Günter Tschey nimmt mit seiner Beifahrerin Barbara Bürjes auf einem Renault R 5 Alpine, an der " Rallye Akropolis "  in Griechenland teil.
Streckenlänge 2700 km - 57 Sonderprüfungen. Leider fiel das Team mit Lenkerbruch aus.

        Plakette 75 Jahre
    " Rund um Rotenburg " 
       

 

1981
Die Zuverlässigkeitsfahrt "Rund um Rotenburg" wird 75 Jahre.
Die Motorrad-Geländefahrt wird im großen Stil aufgezogen. Die Schirm-
herschaft übernimmt Frau Birgit Breuel,  Niedersächsiche Ministerin für Wirtschaft und Verkehr. Die Rotenburger Kreiszeitung berichtet auf mehreren Sonderseiten.
Mit einem großem Jubiläumsball verbunden mit der Siegerehrung zum
" Heidepokal " wird dieses aufregende Sportjahr beendet.

1982

Im Februar gründet der Club eine Jugend- und eine Campinggruppe.
Jugendgruppenleiter wird Gustav Brauns. Campingreferent wird Gerdhelm Scholz. Eine stolze Bereicherung für den Club.
Die Motorrad-Geländefahrt erreicht eine stolze Teilnehmerzahl von 285.
Detlef Köster wird Gau-Meister im Rally-Cross, Peter Ahrend wird dritter.

1983
Friedhelm Michel erhält bei der Sportlerehrung des ADAC Gau Weser-Ems die höchste Auszeichnung die der ADAC für Sportwarte zu vergeben hat. Die Ewald-Kroth-Medaille in Gold mit Kranz.

1984
Die Campingfreunde des Clubs führen ihr erstes großes Campingtreffen auf dem Schützenplatz in Rotenburg durch. 102 Wohnwagengespanne nahmen daran teil. Der Festabend fand in der Aula der Realschule statt.
Detlef Köster wird wieder Gau-Meister im Rally-Cross. Uwe Harbord wird Gau-Meister der Senioren im Geländesport.

           Oldtimer Rallye
       " Rund um Rotenburg"
                     1989

 

1989
Die erste Oldtimer Rallye wird durchgeführt. 92 Oldtimer, vom Baujahr 1904 bis 1954 füllten die Stadt.

1990
Die Jugendgruppe führt ihren ersten Jugend-Kart-Slalom durch. Eine neue Sportart ist geboren.

1991
Die Motorrad-Geländefahrt " Rund um Rotenburg " sorgt für große Aufregung. Einige Bürger in Worth und Umgebung  fassen diese Veranstaltung als große Belästigung auf und zeigen den Vorsitzenden und Fahrtleiter Friedhelm Michel bei der Staatsanwaltschaft an.
Eine Hetzkampagne über die örtlichen Zeitungen erfolgt.
Das Verfahren wird eingestellt. Eine Genehmigung für weitere Veranstaltungen dieser Art, wird der Landkreis nicht mehr erteilen.
Damit kam das AUS für die Zuverlässigkeitsfahrt " Rund um Rotenburg "

Die MSG Rotenburg besinnt sich aber auf die Tradition der seit 1906 stattfindenden Veranstaltung und wird jährlich eine Oldtimer-Rallye unter dem Namen " Rund um Rotenburg " durchführen.

1998
Die Jugendgruppe wird umbenannt in  Sport- u. Jugendgruppe  der MSG Rotenburg e.V.. Sie wird vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt und kann Spenden für die Jugendarbeit annehmen.
Heike Banehr-Martens löst Harald Buch als Jugendgruppenleiter ab.


2000

Der Club hat das Jubiläumsjahr mit mehreren Veranstaltungen festlich begangen.

Fortsetzung folgt.